Gelbbauchunkenprojekt Althengstett

Seit inzwischen  mehr als 20  Jahren betreut der BUND-OV Althengstett mit großem ehrenamtlichen Einsatz eine Population von Gelbbauchunken auf der Althengstetter Deponie. Da die  Laichgewässer auf der Erddeponie nicht ausreichend abgedichtet sind , musste in den vergangenen Jahren im Sommer immer wieder Wasser nachgefüllt werden, damit die Tiere erfolgreich ablaichen konnten. In Zusammenhang mit der geplanten Deponieerweiterung  und wegen Auflagen des Umeltamtes dürfen die Gewässer auf der Deponiekrone  nicht bestehen bleiben. Die FFH-Verträglichkeitsstudie gibt vor, dass rechtzeitig geeignete Ersatzgewässer am Fuß und im Umfeld der Deponie geschaffen werden müssen. Vor diesem Hintergrund stellte der BUND-RV Nordschwarzwald 2008 einen Projektantrag bei PLENUM Heckengäu. Der Ökologe Dr. Deuschle aus Köngern wurde mit der Erfassung und Überprüfung sämtlicher Gelbbauchunkenvorkommen  auf der Deponie und in der weiteren Umgebung der Deponie  beauftragt, um daraus eine Schutzkonzeption für die landesweit gefährdete Art zu entwickeln.

Mit großer Spannung erwarteten die Naturschützer in Althengstett Ende 2008 die Ergebnisse der aufwändigen Untersuchungen. Von jedem einzelnen auf der Deponie gefangenen Tier wurde ein "Fahndungsphoto" angefertigt. Da Gelbbauchunken an ihrer gelbschwarzen Bauchzeichnung fast so gut identifiziert werden können wie Menschen an ihrem Fingerabdruck konnten "Wiederfänge" bei späteren Begehungen erkannt werden. Mit Hilfe  einer mathematischen Formel berechnete der Experte die Gesamtzahl der Tiere. Erfreuliches Ergebnis: über 400 Tiere sind auf der Deponie heimisch. Auch auf einem nahegelegenen Truppenübungsplatz existiert eine größere Population; dazwischen gibt  es in der gewässerarmen Gegend allerdings nur spärliche Einzelfunde. In seiner Schutzkonzeption kam der  Fachmann daher auch zum Ergebnis, dass der Erhalt der beiden großen Populationen von größter Wichtigkeit ist. In der Umgebung sollen an geeigneten Stellen Laichgewässer, Sommerlebensräume, Winterquartiere und Wanderungskorridore entwickelt werden, um den Fortbestand und die Ausbreitung der Art zu ermöglichen. Den betroffenen Gemeinden wurden  - teilweise "ökokontofähige" - Maßnahmenvorschläge  unterbreitet

Informationstafel Gelbbauchunke

2008  liess die Gemeinde Althengstett Ersatz-Laichgewässer an der Flanke und am Fuß der Deponie anlegen. Da die Gelbbauchunke Pioniergewässer benötigt,  werden jedoch immer weitere Neuanlagen und Eingriffe erforderlich sein. Um den Erfolg der Maßnahmen zu bewerten wurde Dr. Deuschle von der Gemeinde mit dem Monitoring der Maßnahmen beauftragt. Werden die Tiere die für sie vorgesehenen Ersatzgewässer annehmen und wie lange wird dies dauern ?  Wird es möglich sein, die Vorschläge aus der Schutzkonzeption umzusetzen, um auch in der Umgebung  kleineren Populationen den Fortbestand zu ermöglichen ?  Diese Fragen werden  BUND-Orts- und Regionalverband wohl noch längere Zeit beschäftigen. 



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