"Arche-Äcker" im Heckengäu

Rankenlose Platterbse

Die kalkreichen Böden des Heckengäus weisen ein enormes Potential für eine vielfältige Ackerwildkrautflora auf. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat jedoch viele Arten sehr selten werden lassen. Um  zu verhindern, dass womöglich Restvorkommen unwissentlich zerstört werden, startete der BUND-RV 2006 das mehrjährige Projekt "Archeäcker" - gefördert durch PLENUM-Heckengäu.

Zunächst wurde eine Liste derjenigen Arten erstellt, die im Heckengäu älteren Fundmeldungen zufolge ursprünglich vorkamen. In den Sommern 2006/2007 fand dann eine Kartierung der Ackerwildkräuter des Heckengäu statt, die leider unsere pessimistische Einschätzung rundweg bestätigte:

Einige sehr charakteristische und attraktive Ackerwildkräuter wie Gelber Günsel  Möhren-Haftdolde,    Frauenspiegel,   Acker-Hasenohr,  Kornrade,   Rankenplatterbse,   Venuskamm  kommen nur nach an wenigen Standorten vor, etwas häufiger sind  Sommeradonisröschen und  Ackerhahnenfuß.  

In den Folgejahren versuchte der BUND die Landwirte, auf deren Feldern wertvolle Wildkräuter gefunden worden waren, dazu zu bewegen, Extensivierungsverträge nach der Landschaftspflegerichtlinie abzuschließen um so die Standorte zumindest für 5 Jahre lang zu sichern. Da die Fördersätze zu niedrig sind und der "Papierkrieg" groß, ist die Bereitschaft, solche Verträge abzuschliessen bei den Landwirten sehr gering.

v. l: W. Eisenmann (1. Landesbeamter Kreis Böblingen), K. Röckinger (Landrat Enzkreis), T. Bentele (Landwirt), T. Köberle (BUND)

Im Rahmen eines weiteren PLENUM-Projektes gelang es dem Verein für Naturpädagogik VENA in Zusammenarbeit mit Kommunen und Landwirten im Heckengäu drei Ackerwildkrautreservate zu begründen. Das Feld-Wildkraut-Reservat in Mönsheim (Enzkreis) wurde im April 2011  im  NSG  Kalkofen bei Mönsheim (Heckengäu)  in Anwesenheit der Presse und viel politischer Prominenz eröffnet. Inzwischen hat der BUND Mühlacker zwei weitere kleine Flächen mit insgesamt 22 in der Umgebung vorkommenden Arten eingesät, um diese zu vermehren.   

 

Das Landratsamt  hat inzwischen auch den Naturbildungsverein VENA mit der Kartierung der Ackerwildkräuter im gesamten Enzkreis beauftragt und das Ziel formuliert, in jeder Enzkreisgemeinde eine Fläche ackerwildkrautfreundlich zu bewirtschaften.



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